Weiter ging es über Klövenhausen zum Wedehorner Göpel. Einer der ersten Göpel im Stadtgebiet, der von der Dorfgemeinschaft selbstständig geplant, errichtet und finanziert wurde. Mittlerweile ist er nicht nur ein beliebter Treffpunkt der Dorfbewohner:innen, sondern auch ein Anlaufpunkt für Radtouristen aus allen Richtungen. Der Treckertreff und auch das Seifenkistenrennen finden hier alljährlich außerhalb von Coronazeiten statt. Dann ist fast das gesamte Dorf unterwegs.
Der Ortsvorsteher, aber auch die Wedehorner sind mit ihrem Dorf zufrieden. Das Feuerwehrhaus wurde 2020/21 gemäß Feuerwehrbedarfsplan erweitert. Auch wurde durch eine Innenbereichssatzung die Möglichkeit geschaffen, Bauflächen in Wedehorn zu entwickeln.
Worauf die Wedehorner ganz besonders stolz sind, ist die Tatsache, dass sie zu den wenigen Ortschaften gehören, die eine Gaststätte haben. Das Gasthaus Ellinghausen ist nicht nur bei den Wedehorner:innen beliebt. Immer mehr Radtouristen machen dort Rast, um etwas zu essen oder zu trinken. Ein wirkliches Pfund für Wedehorn, da sind sich alle einig.
Dann gibt es noch ein Projekt, das allen am Herzen liegt. Die Verlängerung des Radweges von Twistringen bis zur B61 nach Nienstedt. Leider war es seinerzeit beim Bau des Radwegs nicht gelungen, die Grundstücke zu erwerben, die für eine Weiterführung der Strecke benötigt wurden. Mal sehen, was daraus wird. Nach gut einer Stunde bedankte ich mich bei allen für die tollen Gespräche und fuhr zurück nach Bassum.
Dort wartete schon Bassums Ortsvorsteherin Cathleen Schorling auf mich. Die Ortschaft Bassum wird häufig nicht als eigenständige Ortschaft wahrgenommen, weil die Kernstadt im Gegensatz zu den Ortschaften so groß ist. Mit rund 8.000 Einwohner:innen hat die Kernstadt so viele Menschen wie die Ortschaften zusammen.
Damit verbunden ist auch viel Arbeit für die Ortsvorsteherin, die außerdem noch stellvertretender Bürgermeisterin ist und im sich Kreistag des Landkreises Diepholz ehrenamtlich engagiert.
In Bassum werden wir uns über Wohnkonzepte Gedanken machen müssen. Cathleen Schorling und ich sehen die Problematik in der Kernstadt so, dass wir natürlich mit den Ressourcen Natur und landwirtschaftlicher Fläche verantwortungsvoll im Sinne einer nachhaltigen Entwicklung umgehen müssen. Gerade an die Ortsvorsteherin Bassums werden Beschwerden herangetragen, wenn bei der Innenverdichtung doch erhebliche Baukörper durch die Investoren entstehen. Damit hängt dann natürlich auch die Verkehrssituation der Innenstadt zusammen. Innenverdichtung bringt auch mehr Verkehr und damit eine höhere Belastung der Straßen mit sich.
Sehr erfreut zeigte sich Cathleen Schorling über die Entwicklungen im Stiftspark und im Naturbad, die im Zusammenspiel mit dem Gelände der Freudenburg ein wirkliches Alleinstellungsmerkmal für Bassum sind. Auch über die Sulinger Straße und deren Entwicklung haben wir uns unterhalten. Einig sind wir uns, dass fast alle Kommunen bis hin zum Oberzentrum Bremen derzeit vor großen Herausforderungen in den Innenstädten stehen. Die Entwicklung in der Sulinger Straße mit dem Bau eines Verbrauchermarktes gibt uns allerding nach vielen Jahren wieder die Hoffnung, dass noch mehr Leben in die Innenstadt kommt. Alle werden daran arbeiten, die Sogwirkung, die dieser Markt haben könnte, zu unterstützen.
Wir sind uns aber auch einig, dass Bassum viele tolle Dinge zu bieten hat und eine Stadt ist, in der es sich hervorragend leben lässt. Der Tierpark, eine sehr rege Vereinslandschaft, ein breites Spektrum an staatlichen und privaten Schulen, eine familienfreundliche Ausrichtung der Krippen und Kitas, das Familienzentrum, das Seniorenservicebüro und eine hervorragende Anbindung an den ÖPNV sind nur einige Punkte, die Bassum für alle Altersgruppen attraktiv machen. Dazu kommen im Gegensatz zu anderen Kommunen noch moderate Miet- und Grundstückspreise.
Und wir waren uns einig, dass sich Bassum in den letzten sieben Jahren wirklich gut weiterentwickelt hat. Verwaltung und Politik haben Hand in Hand für die Menschen in Bassum gearbeitet. Das ist an vielen Stellen erkennbar und sollte auch in den nächsten Jahren fortgeführt werden.
Nach einer guten Stunde haben wir einen Teil der positiven Dinge in Bassum und einen Teil der Herausforderungen der nächsten Jahre besprochen. Jetzt gehen wir es an – mit Leidenschaft und Engagement!